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Östliche Churfirsten (SG)

 

 

Unsere Forschungsgebiete in den Churfirsten (Zonen O und R bis W) liegen östlich des Hinterruggs.
Die
Zone R - im Kar zwischen Hinterrugg und Gamserrugg - ist fertig bearbeitet.
In der
Zone O (Gamsalp) wurden bereits 100 Höhlen gefunden, deren grösste -345 m Tiefe aufweist und über 2km lang ist.
Von der
Zonen U und T haben wir erst einen kleinen Teil prospiziert, die Zonen V und W werden noch nicht bearbeitet.


Kurzer geologischer Überblick

Die Churfirsten bestehen vor allem aus der Säntisdecke (Helvetikum).
In unseren Forschungsgebieten fallen die Schichten sanft nach Norden.
Auf den Rücken der östlichen Churfirsten inklusive Gamserrug finden wir Seewerkalk (obere Kreide). Die Garschellaformation (mittlere Kreide) besteht aus mehreren Schichten, von denen die meisten nicht verkastungsfähig sind.
In den Karen (nördliche Zone T, Zonen O und R), sowie östlich vom Gamserrugg steht der gut verkastungsfähige Schrattenkalk an, der ca. 200 m mächtig. Darunter liegen die mergeligen Drusberg-Schichten.

 

Landschaftsbild
Die Bergrücken sind karge Schafweiden. Nördlich des Gamserruggs finden wir auf den Sandsteinen und Mergeln der Garschellaformation saftigere Kuhweiden, während die Schrattenkalkgebiete oft nackten Karst aufweisen, eine unwirtliche Gegend. Im Gebiet Chäserrugg und Gamserrugg befinden wir uns im Norden der Zonen an der Waldgrenze.


Die Höhlen
In den Zonen O, R und T arbeiten wir systematisch, d.h. jedes Loch von mehr als 10 m Länge oder Tiefe wird vermessen.
Die meisten Höhlen sind kleine Schächte, doch folgende sind erwähnenswert:
O92 ist mit -345 die tiefste und zugleich mit über 2 km Länge auch die längste Höhle.
T1 hat weist wohl weitherum den mächtigsten unterirdischen Gletscher auf und im O80 (nebenstehende Graphik) stiessen wir auf die ersten deutlich phreatisch entstandenen Gänge.


Kurze Forschungsgeschichte
1994 fand - abgesehen vom Seichbergloch unmittelbar nördlich der Zone O - die erste Kontaktnahme mit diesem Gebiet statt. 1995 startete die systematische Bearbeitung dieser Zone und in der AGS-INFO 1/96 konnten bereits die Pläne der ersten 15 Höhlen publiziert werden. Seither findet jedes Jahr ein Sommer-Forschungslager auf der Gamsalp statt.
1998 begann die Bearbeitung der Zone R, die unterdessen mit 15 kleineren Höhlen beinahe abgeschlossen ist.
Die Zone T wurde 2002 in Angriff genommen und ergab bereits im selben Jahr 6 Höhlenpläne!
2003 weiteten wir die Arbeiten auf den nördlichen Teil der Zone U aus.

Andere Höhlenforscher in den Churfirsten
    >> Ostschweizer Gesellschaft für Höhlenforschung
    >> Toggenburger Gesellschaft für Höhlenforschung
    >> Höhlenforschung im Brisi und Gluristal (Gerhard Rüegg)

Publikationen
Die Resultate aus unseren Churfirstenzonen wurden erstmals in der AGS-INFO 1/96 publiziert und seither jedes Jahr in den 2. Ausgabe der AGS-INFO. Es seien hier einige Veröffentlichungen aufgeführt.

Stünzi H. (2009) - Die Gamsalp-Forschung 2009 AGS-Info 2/09, S.9.

Hitz O., Kaul M. (2006) - Die Churfirstenzone R - Schlussbericht. AGS-Info 1/06, S.26-29.

Stünzi H. (2003) - Forschung auf der Gamsalp - Zone O, U &T. AGS-Info 2/03, S.10-12.

Becker A. (2003) - Gletscherspuren zwischen Gamsalp und Chäserrugg. AGS-Info 2/03, S.13-17

Hitz O. (2002) - Zone R (Stöfeli, Churfirsten, SG). AGS-Info 1/02, S. 17-21.

Stünzi H. (2000) - Bilanz nach 5 Jahren Höhlenforschung in der Zone O. AGS-Info 2/00, S.13-15.