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Die Lufttemperatur in Höhlen

In erster Näherung ist die Lufttemperatur in einem Höhlensystem gleich der Jahresdurchschnitts-
temperatur an der Oberfläche in derselben Höhenlage. Dies gilt vor allem für kleine Höhlen (z.B. Keller) oder Höhlensysteme mit einer kleinen vertikalen Ausdehnung.

Die Lufttemperatur in Höhlensystemen mit einem grossen Höhenunterschied hängt im wesentlichen ab von:

  • der Jahresmitteltemperatur der Luft vor den Höhleneingängen,
  • dem Lufttemperaturgradienten im Höhlensystem,
  • dem Windwiderstand der Höhlengänge.


Der vertikale Lufttemperaturgradient in einem Höhlensystem hängt vom Wassergehalt der Luft (relative Luftfeuchtigkeit) ab. Steigt oder fällt ein trockenes Luftpaket unter adiabatischen Bedingungen, beobachten wir einen Temperaturgradienten von -9.7 °C/km; ist hingegen das Luftpaket mit Wasserdampf gesättigt, so liegt der Gradient zwischen -4 und -6.5 °C/km.
In Höhlensystemen werden oft vertikale Lufttemperaturgradienten zwischen -3 und -4 °C/km gemessen. Diese Anomalie wird durch Wechselwirkungen der Luft mit dem Fels und den Höhlengewässern verursacht.