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Die Luftbewegung in Höhlen - der Höhlenwind

Die Luftbewegung in einer Höhle wird im Allgemeinen als Höhlenwind bezeichnet, wobei zwischen drei unterschiedlichen Mechanismen unterschieden werden kann, die die Höhlenluft in Bewegung bringen können: Konvektion (Temperaturdifferenz), Barometrisch (Druckdifferenz) und Impuls (Mechanisch). Diese drei Mechanismen können einzeln vorkommen, jedoch treten sie oft gemeinsam auf, wobei sich ihre Wirkungen addieren oder subtrahieren.

In den meisten Fällen sind alle drei Arten der Zirkulation anzutreffen, doch ist die barometrische Luftzirkulation eher eine “höhlenmeteorologische“ Erscheinung, während die konvektive Luftzirkulation in den meisten Fällen für Tage bis Monate anhält.

Die konvektive Luftzirkulation
Die Dichte der Höhlenluft (exakter: die virtuelle Temperatur) ist im allgemeinen über das Jahr hinweg mehr oder weniger konstant. Hingegen weist die Luft der freien Atmosphäre grosse tägliche und jahreszeitliche Schwankungen auf.
Die Dichte der Luft hängt vom vorherrschenden Luftdruck und von der Lufttemperatur ab.
Das Prinzip der konvektiven Luftzirkulation ist einfach: dichtere (kältere) Luft fällt, während die weniger dichte (wärmere) steigt. Im Sommer “fällt“ normalerweise die Luft in der Höhle, während sie im Winter steigt. Daraus können Höhleneingänge anhand ihrer klimatischen Funktionsweise als meteohoch oder meteotief bezeichnet werden.
     >> Der meteohohe Eingang saugt im Sommer Luft an und stösst im Winter Luft aus (im Winter
            ein “Blasloch“).

     >> Der meteotiefe Eingang stösst im Sommer Luft aus und saugt im Winter Luft an.

Die barometrische Luftzirkulation
Der barometrischen Luftzirkulation unterliegt die Gesetzmässigkeit, dass Luft von einem Ort höheren Drucks zu einem niedrigeren fliesst. Zwar ist der Luftdruck in und ausserhalb der Höhle in der Regel gleich hoch, jedoch passiert es bei schnellen Luftddruckänderungen der Aussenatmosphäre (zum Beispiel beim heranziehen einer Schelchtwetterfront), dass sich vor der Höhle ein anderer Luftdruck herrscht als drinnen. Die Höhle reagiert indem sie Luft “ansaugt“ oder “ausstösst“. Wie viel Luft angesaugt wird hängt ab vom Volumen der Höhle sowie vom Druckunterschied. Die barometrische Luftzirkulation kann in einigen Höhlen sehr heftig sein, jedoch ist sie meist nur von kurzer Dauer (einige Minuten bis Stunden).

Luftbewegung durch Impuls
Unter der Luftbewegung durch Impulse werden alle Luftbewegungen zusammengefasst, bei denen die Höhlenluft durch die Bewegung einen anderen Körper angetrieben werden. So zum Beispiel durch das Fliessen eines Höhlenbachs oder durch Höhlenbesucher die sich in der Höhle bewegen.